Jodhpur muss warten

Nach einem unfreiwilligen Zwischenstopp beim Mechaniker bleiben wir über Nacht in Jaitaran und treffen auf eine sehr freundliche Familie, welche sich um uns kümmert, bei sich aufnimmt, die Umgebung zeigt und zu einer Hochzeitsfeier mitnimmt. Bei der Feier geraten wir in den Mittelpunkt und können uns nach mind. 1000 Fotos mit den Gästen wieder verabschieden.

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Der heilige See

Pushkar ist überschaubar und liegt um einem heiligen See, dessen Ufer man nur ohne Schuhe betreten darf. Widerwillig folgen wir der Tradition, da die Ufertreppen mit Schmutz übersäht sind. Auch die Cafes und Marktstraßen erinnern uns sehr an Mcleod Ganji. Zu viele Touristen und hochpreisige Restaurants prägen die Umgebung. Ein Blick über die Stadt vom nahegelegenen Tempel aus lohnt sich noch, bevor wir die Sachen packen und uns am nächsten Morgen nach Jodhpur aufmachen.

 

Jaipur ? Überbewertet

Als wir Jaipur erreichen springen wir in den Strom von Mopeds und Autos und finden nach kurzer online Recherche das Destiny Hostel für unschlagbar günstige 3,70€ für uns beide pro Nacht. Auch die leckere Küche des Hostels überzeugt preislich jeden Backpacker. Am Tag drauf erkunden wir die Gegend und gelangen nach einer Erkundungstour zum Amber Fort, doch wir fahren weiter den Berg hinauf um vom Jaigarh Fort einen guten Blick über Stadt inkl Amber Fort zu erhalten. Die auch oft als Monkey Fort bezeichnete Festungsanlage bietet einen guten Rundumblick und auch ein paar nette Details im Inneren.

Hier gibt es leider kein Combi-Ticket für mehrere Sehenswürdigkeiten, dieses ist nur am Amber Fort zu erhalten.

Im Anschluss machen wir noch einen Abstecher zum Jai Mahal einem unbewohnten Bauwerk in mitten eines Sees, welches mittlerweile zur Stromerzeugung mittels Solar genutzt wird. Mittlerweile dämmert es und wir sind auf dem Weg zum berühmten Windpalast. Direkt gegenüber nutzen wir eins der Roof- Top-Cafes mit dem besten Blick auf über 900 Fenster.

Ist noch Luft drin ?

flat_tyre_nr_5Der Maharana Pratap Sagar See ist 42 km lang und hat eine Fläche von 240 km². Leider erhaschen wir nur einen kurzen Blick auf den See, da die Dörfer recht weit vom Ufer entfernt liegen. Während unserer Erkundungstour treffen wir auf freundliche Menschen und finden leckere sehr günstige Veggi Burger für 13 Cent das Stück.

Auf dem Weg nach Dehra Gopipur erfahren wir, während unser 4. Platten geflickt wird und wir uns mit Nudeln und Momos stärken, dass es erst im 70 km entfernten Una Unterkünfte gibt. Dort werden wir allerdings weitergeschickt und halten schließlich um 23 Uhr an einem Highwayhotel, dessen Rezeptionist zu hoch pokert und uns nur ein Zimmer für 19€ anbietet. Kurz bevor wir den Motor starten knickt er ein und wir einigen uns auf 6,50€ für die Nacht. Geht doch!

Der nächste Tag beginnt mit einem großen Frühstück, denn vor uns liegen 330 km bis Delhi. Dort wollen wir ein Visum für Myanmar beantragen.
Glücklicherweise kommen wir bei einem „Bekannten“ aus Pahalgam unter.
Er und seine Frau sind sehr gastfreundlich und kümmern sich liebevoll um uns.
Während wir die Visaunterlagen am Notebook vorbereiten, zweifeln wir und verwerfen schließlich unseren Plan.
1. Mit eigenem Fahrzeug ist es nur mit einer geführten Gruppe (ca 1200€ pro Woche) möglich nach Myanmar einzureisen.
2. ‎Die Flüge sind sauteuer.
3. ‎Aktuell werden Unruhen gemeldet, welche die Reisemöglichkeiten beschränken.

Wir buchen für den 17 Januar unseren nächsten Flug, d.h. wir verbringen unsere Geburtstage und Weihnachten am Straaaaaaaaaand 🙂

Bis es soweit ist wollen wir uns den Bundesstaat Rajasthan genauer ansehen und starten nach zwei Nächten um 5 Uhr morgens um nicht ein weiteres mal Teil des Verkehrschaos von Delhi zu werden. Auf dem Weg nach Jaipur wird die Maschine plötzlich langsamer. Wir haben  Platten Nr. 5 und rollen vom Highway direkt zur Werkstatt, welche uns für 6,50€ den Schlauch und Reifen wieder in Schuss bringt.
Zwei Stunden erreichen wir Jaipur und finden ein Schnäppchen. Im Destiny Hostel kommen wir gut und günstig (2€pP) unter.

Eure Heiligkeit der Dalai Lama

Nach einem Zwischenstop in Mandi mit Blick auf die wunderschöne Landschaft erreichen wir gegen Mittag Mcleod Ganj, auch  „klein Tibet “ genannt. Die Straße ist ziemlich steil, schmal, kurvig und durch entgegenkommende Autos nicht ungefährlich. Das Guest House befindet sich direkt an der Straße und ist dementsprechend laut. Wir verbringen den nächsten Tag mit Waseem, sehen uns gemeinsam den tibetischen Tempel des Dalai Lama an und verbringen eine nette Zeit am Bhagsunag Wasserfall. Neben einigen Tempeln und Yoga Schulen gibt es nicht viel zu sehen und richtig wohl fühlen wir uns nicht, daher fällt nach zwei Tagen Aufenthalt der Entschluss zur Weiterfahrt zum Maharana Pratap Sagar See.

Der Dalai Lama war der spirituelle und weltliche Herrscher in Tibet und wurde bereits als Kind ausgewählt, jedoch musste er vor der chinesischen Armee 1949 nach Indien fliehen und lebt seit dem in Dharamsala im Exil.

 

Manali, eingebettet in die Berge

Nach einer aufregenden Tour im Himalaya relaxen wir vier Tage in dem gemütlichen Stadtteil Old Manali. Die meisten Gebäude sind in den Hang gebaut und bieten eine gute Aussicht auf das Tal. Doch schon am ersten Abend wird klar, das Touristendorf ist ganz schön teuer! Hier wächst der Hanf am Straßenrand und es gibt in fast jedem Haus ein Kiosk, Restaurant oder Tourenanbieter. Unsere Enfield braucht auch ein kleines Pflegeprogramm und erhält neben ein paar neuen Schläuchen und Kupplungsteilen auch eine Verbesserung der Gepäckträgerhalterungen (42€).

Wie der Zufall so will, meldet sich Waseem aus Pahalgam und teilt uns mit, dass er sich, ebenso wie wir, in den nächsten Tagen auf den Weg nach Mcleod Ganj (Dharamsala) machen will um seinen Onkel zu besuchen. Er nennt uns das Guest House, das seinem Onkel gehört und so machen wir uns auf in die buddhistische Stadt, wo der Dalai Lama lebt.

 

 

Der Trip

An Tag Nr. 4 sind wir die Ersten auf dem Bike und verabschieden uns von der Gruppe und dem klaren Bergsee.
In Karu tanken wir unsere Reserven und den Tank auf, doch 50km später quetscht sich die Felge auf den Asphalt. Mist ! Pang unser geplantes Nachtlager erreichen wir heute nicht mehr. Nach mehreren Hilfeveruchen werden wir dann per Pick-up für unverschämte 19,50€ wieder 25km zurück ins letzte Dorf mit Mechaniker gebracht welcher uns dann für 1,30€ die Metallsplitter aus dem Reifen zieht und unseren Ersatzschlauch montiert.
Nachdem das Motorrad wieder einsatzbereit ist, quartieren wir uns in einem Homstay um die Ecke ein, denn ab 18 Uhr wird es bereits mächtig kalt und stockdunkel.

Am nächsten Morgen lassen wir uns Zeit für das Frühstück und wärmen uns in der Sonne, bevor es auf den Pass geht, denn weiter als Pang zu fahren ist auf Grund der Streckenabschnitte für uns keine Option.
Gegen 15 Uhr finden wir neben einem Resaurant mehrere Zelte welche neben dem vollen Doorm die letzten freien Schlafplätze bieten. Wir packen uns warm ein und hoffen, dass wir die Nacht im Zelt überleben.
Fazit unserer ersten Camping-Erfahrung in Indien: Es ist nicht so schlimm wie wir dachten und Dank 8 Decken warm genug, trotz gefrorener Wasserflasche neben dem Bett.

Unser nächstes Etappenziel ist das 160km entfernte Jispa, also geht es um 9 Uhr raus aus dem Zelt und ab aufs Moped, doch bereits kurz hinter Pang wandelt sich der Asphaltteppich in einen ausgefahrenen Feldweg. Wir boxen uns mehrere Stunden durch gefrorene Pfützen und Geröllkrater bis wir hinter Sachu erschöpft eine Pause einlegen. Dabei bemerken wir, dass der Seitenständer und vier von sechs Haltepunkten des Gepäckträgers abgebrochen sind und der Hinterreifen verdächtig flach wirkt. 8 km vor dem Baralacha La Pass (4890m) fahren wir dann endgültig auf der Felge und um das sSchlimmste zu vermeiden steigt das Bikergirl vom Sattel und geht die besonders steinigen Passagen zu Fuß. Jispa liegt noch 80 km vor uns, daher bleibt uns keine andere Wahl als weiterzufahren, bis wir gegen 20 Uhr endlich das Dorf erreichen und eine Unterkunft mit Badezimmer inkl. heißer Dusche finden. Denn die meißten Unterkünfte entlang der Passstraße verfügen über keinen Wasserhahn sondern nur über kaltes Eimerwasser.

Neuer Tag, neues Glück. Wir finden nach wenigen Kilometern eine Werkstatt wo man uns einen neuen Schlauch montiert sowie Gepäckträger und Ständer schweißt und das alles für 8 €. Juhu jetzt können wir beruhigt nach Manali fahren, doch der schlechteste Abschnitt des Tages befindet sich, wie wir noch bemerken werden, vor dem letzten Pass unserer Tour. Ein weiteres mal nutzen wir unsere Sicherungsdrähte zur Gepäckträgerstabilisierung und wieder einmal heißt es für Irina wandern statt fahren, damit uns nicht das ganze Heck abreißt. Der obere Teil des Rothangpasses ist sogar deutlich besser ausgebaut als die meisten Straßen Indiens. Die geniale Aussicht auf die Umgebung lässt uns ein wenig Kraft schöpfen, bevor wir uns ins Tal rollen lassen und im deutlich wärmeren Old Manali eine gemütliche Unterkunft suchen.